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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Landesverband Nordrhein e.V. - Bezirk Kreis Düren e.V.

Historie des DLRG Bezirkes Düren

Der Bezirk Kreis Düren e.V. der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft wurde im Juli des Jahres 1929 durch den Schulrektor Jakob Löhrer gegründet. Dies erklärt sich aus dem einzigen Dokument, das der Bezirk Düren noch aus den Anfangsjahren besitzt. Einem ausgefüllten Fragebogen der Reichs-DLRG, damals noch ansässig in Berlin, aus dem Jahr 1938.

 

Die Initiative zur Gründung des Bezirks ergriff Jakob Löhrer aus dem Bezirk Aachen heraus, den in diesen Jahren sein Bruder Christian Löhrer leitete. Unterstützung fand Jakob Löhrer in Willi Keltner, der die Funktionen des Bezirksleiters-Stellvertreters und des Kassenwarts übernahm. Zentrum des neuen Bezirks war die Ortsgruppe Düren, die bereits 1925 als Ortsgruppe des Bezirks Aachen bei der Gründung des DLRG-Landesverbands Rheinland Erwähnung fand.

 

Durch die völlige Zerstörung der Stadt Düren während des Zweiten Weltkriegs wurden alle weiteren Dokumente, Schriften und Aufzeichnungen des Bezirks und der Ortsgruppe Düren vernichtet, die einen Hinweis in das Vereinsleben für die Zeit von 1929 bis 1945 erlauben würden.

 

Studienrat Heinz Zissenich ließ die Vereinsarbeit nach dem Krieg wieder aufleben, so daß 1948 erstmals wieder ein Bezirksvorstand gewählt werden konnte. Die Leitung übernahm Wilhelm Jakobs.

 

Der Bezirk liegt, geographisch gesehen zwischen Köln und Aachen und besteht heute aus den 6 Ortsgruppen Aldenhoven (mit seinem Stützpunkt Siersdorf), Düren (mit seinem Stützpunkt Kreuzau), Heimbach, Jülich, Linnich und Titz.

 

Die Ortsgruppen Jülich, Linnich und Aldenhoven fanden im Rahmen der kommunalen Neugliederung 1973/74 ihren Weg in den Bezirk Kreis Düren.

 

Die Ortsgruppe Jülich - ebenfalls bereits 1925 im Bezirk Aachen erwähnt - war allerdings in der Zeit von 1943 bis 1953 als Abteilung dem Jülicher Wassersport angegliedert. Die Ortsgruppe Linnich wurde 1939 auf Anregung des Polizeimeisters Anton Hellweg ins Leben gerufen, Die Ortsgruppen Heimbach und Aldenhoven wurden 1968 bzw. 1969 gegründet. Jüngstes Glied in der Kette ist die Ortsgruppe Titz. Ihre Gründungsversammlung fand am 24. August 2000 statt.

 

In der am 14. Februar 1974 stattfindenden Bezirksversammlung wurde der erste Bezirksvorstand gewählt, der aus Mitgliedern aller damaligen Ortsgruppen bestand.

 

Für ihre unermüdlichen Verdienste erhielten 1981 Kamerad Michael Fuß und 1992 Günter Philipp die Spoden-Gedächtnisplakette.

 

Die Geschicke des Bezirks lagen ab 1984 für zwölf Jahre in den Händen von Karl Boje. 1996 übernahm der langjährige Geschäftsführer und Schatzmeister Kurt Kelzenberg die Leitung. Seit April 2000 erklärt sich Franz-Josef Breuer bereit, den größten Teil seiner Freizeit dem Amt des Bezirksleiters zu widmen. Zu diesem Zeitpunkt zählten alle Ortsgruppen zusammen bereits 1.900 Mitglieder. Nachdem der Bezirk im April 2002 berechtigt wurde eigene Mitglieder aufzunehmen, stieg die Mitgliederzahl inzwischen auf rund 2.400 Mitglieder.

 

Im März 2003 übernimmt Landrat Wolfgang Spelthahn die Schirmherrschaft über den Bezirk Kreis Düren.

 

Im Herbst 2003 schließt der Bezirk einen Mietvertrag über eine neue Geschäftsstelle mit Schulungsräumen und Fahrzeughalle im Technologiepark Glashütte Düren ab. So können die Verwaltungs- und Schulungsaktivitäten an einem Punkt konzentriert werden und die Bezirksfahrzeuge bei Alarmierung geschlossen ausrücken.

 

 

 

Erster Schwimmunterricht

 

Der von der DLRG angebotene Schwimmunterricht war erstmals 1958 durch die Eröffnung des Hallenbades an der Dürener Bismarckstraße in geregelter Form möglich. Heute findet er in 6 Hallenbädern und 6 Lehrschwimmbädern statt und wird gemeinsam von allen 6 Ortsgruppen und dem Bezirk durchgeführt. Erste Schwimmkurse beginnen bereits mit der Wassergewöhnung und ersten Unterrichtsstunden für Vorschulkinder ab 4 Jahren. Die Schwimmausbildung in Düren wurde ab 1970 durch eine Ausbildungstätte in der Grundschule Weidenpesch/ Birkesdorf unterstützt. Im Jahr 1974 konnte der Ausbildungsbetrieb durch die Eröffnung des neuen Hallenbades am Jesuitenhof in Düren optimiert werden.

 

Zur Vervollständigung des Angebots an Schwimmunterricht - vor allem in Gebieten des Kreises Düren, die nicht von Ortsgruppen betreut werden konnten - beschloss der Bezirk 2002 die Gründung der Bezirksstützpunkte Niederzier und Vettweiß sowie des Ausbildungszentrums Linnich.

 

 

 

Rettungswachdienst

 

Ein Meilenstein in der Bezirkschronik war zum 1. Mai 1959 die Einweihung der Rettungsstation "Michael Spoden" am Stausee Obermaubach sowie die Inbetriebnahme zweier Rettungsboote.

 

Am Echtzer See wird seit dem Sommer 1962 offiziell gebadet. Eine selbst gebaute Baracke nebst Bootssteg ermöglichten die Aufnahme des Rettungswachdienstes. Parallel dazu begann 1964/65 der Wachdienst am Dürener Badesee. Als Wachstation diente hier ein Wohnwagen.

 

Die weitestgehend in Eigenleistung errichtete feste Wachstation am Echtzer Badesee konnte am 11. Mai 1968 eingeweiht werden. Ab 1973 wurde hier der Wachdienst durch die Ortsgruppen Aldenhoven und Linnich unterstützt. Seit August 2001 wird die Schwimmaufsicht in Form eines Bezirks-Einsatzzentrums durchgeführt, das vollständig von Mitgliedern der Ortsgruppe Aldenhoven besetzt wird.

 

Das Jahr 1977 brachte der Ortsgruppe Düren zwei wesentliche Neuerungen. Am Badesee Düren konnte die neue DLRG-Station bezogen werden und der Stützpunkt Kreuzau nahm seine Tätigkeit auf.

 

Rettungswachen sind bis heute an den drei Seen in Barmen, Düren und Echtz eingerichtet, wobei an heißen Tagen allein am Dürener Badesee bis zu 10.000 Badegäste zu betreuen sind. Desweiteren beaufsichtigt die Ortsgruppe Heimbach ein Staubecken am Rurstausee.

 

Unter der Leitung des Bezirks Kreis Düren wurde 2001 erstmals, gemeinsam mit der Ortsgruppe Eschweiler des Bezirks Aachen, der an der Bezirksgrenze liegende und durch eine offen gelassene Braunkohlengrube entstandene Blaustein-See als Einsatzzentrum in die Obhut der DLRG genommen.

 

Die Betreuung der Badeseen erfolgt derzeit durch 268 Wachgänger und Wachleiter, einschließlich Bootsführern und Rettungstauchern, die im letzten Jahr weit über 10.000 Stunden Wachdienst geleistet haben. Aufgrund der großen Wassersportseen beschränkt sich der Wachdienst nicht nur auf Badegäste, sondern bezieht sich auch in hohem Maße auf Segler, Surfer, Kite-Surfer und Taucher. Ohne Tauchunfallmanagement ist daher kein verantwortungsbewusster Wachdienst mehr machbar. Regelmäßige Einsatzübungen gemeinsam mit der Feuerwehr, dem DRK und dem Druckkammerzentrum Aachen sind an der Tagesordnung.

 

Die Betreuung des Blaustein-Sees in der Organisation des Bezirks machte schnell deutlich, dass entsprechendes Bootsmaterial erforderlich wurde. So wurde Ende 2001 schnellstens ein gebrauchtes Sportboot gekauft, umgebaut und als erstes Bezirks-Boot im März 2002 auf den Namen Jakob Löhrer getauft.

 

Fast gleichzeitig stellte die Rheinbraun AG dem Bezirk ein Schlauchboot zur Verfügung, das im November 2001 den Namen Glückauf erhielt. Im März 2003 wurde das Provisorium beendet und das erste neue Rettungsboot in Dienst gestellt. Es ist 5,40 Meter lang, besitzt einen 90 PS Motor und wurde auf den Namen Nivea 57 getauft.

 

 

 

Jugendarbeit

 

Zu Beginn der Wachperiode 2002 wurde das Jugend-Einsatz-Team JET ins Leben gerufen. Hier wird Jugendlichen bereits ab 12 Jahren die Möglichkeit geboten beim Rettungswachdienst zu hospitieren, es werden ihnen die erforderlichen Kenntnisse des Wasserrettungsdienstes vermittelt und sie werden auf die erforderlichen Kurse und Prüfungen als Wachgänger (ab 15 Jahre) vorbereitet.

 

 

 

Kooperation mit Kindergärten

 

Die Premiere des Kindergartenprojekts des Bezirks Düren fand im Sommer 2002 im Kindergarten "Räuberhöhle" statt. In einem spielerisch angelegten, zweistündigen Programm wurden die angehenden Erstklässler auf die Gefahren, die mit dem nassen Vergnügen verbunden sind, hingewiesen. Sie lernten die Baderegeln und eine Kasperle-Aufführung gab Verhaltensanleitungen. Die kleinen "Räuber" wissen nun, was sie beim Schwimmen im Meer oder in einem See beachten müssen.

 

Innerhalb von einem Jahr konnten 30 weitere Kindergärten im Kreis Düren besucht und 20 "Kindergarten-Teamer" ausgebildet werden.

 

 

 

Katastrophenschutz

 

40 Helfer, Trupp- und Zugführer sind der Grundstock des Bezirks bei Alarmierungen in Katastrophenschutzfällen. Vier Wasserrettungszüge existieren bereits und sind sowohl beim Landesverband Nordrhein gemeldet als auch von der Kreisverwaltung Düren anerkannt und in die Kreisbereitschaft integriert. Ein Trupp mit Rettungstauchern ist im Aufbau.

 

Neben dem Hochwasserboot Delfin 11, das seit Anfang 2002 vom Landesverband zur Verfügung gestellt wurde, kommen bei Katastrophenschutzfällen alle Boote des Bezirks zum Einsatz. Während der Einsätze im August 2002 beim Elbe-Hochwasser in Dresden und Torgau und im Januar 2003 beim Rheinhochwasser in Köln demonstrierte der Bezirk erstmals seine Bereitschaft.

 

 

 

Günter Lincks

 

Leiter der Verbandskommunikation des Bezirks Kreis Düren

 

im Dezember 2003